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Chatten, liken, teilen, zocken & Co. – klar macht das Spaß! Aber online läuft nicht immer alles fair und sicher. Hier findest Du Informationen und Tipps rund ums Internet, Dein Smartphone, Social Media und Games, damit Du ganz genau weißt: Was ist cool, was geht gar nicht und wie kannst Du dich besser schützen – online und auch im echten Leben.

Tipps

Hier findest Du Tipps und Infos, damit Du Dich online schützen kannst!

Verrate online nicht zu viel von Dir!

  1. Deaktiviere Deinen Standort - z.B. auf Snapchat, Facebook oder Instagram und anderen Messengern und sozialen Netzwerken.
  2. Lege Dir einen Phantasienamen zu, der nichts über Dich verrät, auch nicht Dein Alter.
  3. Verrate nicht Deine Adresse, Telefonnummer oder die Adresse Deiner Schule.
  4. Gib niemals Deine Passwörter weiter, auch nicht Deiner besten Freundin oder Deinem besten Freund.
  5. Überlege gut, was Du über Dein Leben mitteilen willst. Andere können dies auch gegen Dich verwenden.
  6. Sprich nicht über Geld und gib keine Kreditkartennummern oder Kontodaten weiter.

Dos and Dont’s beim Chatten

  1. Nimm Chatanfragen nur an, wenn Du die andere Person kennst.
  2. Du musst nicht antworten! Wenn Dir Nachrichten oder Fragen unangenehm sind oder komisch vorkommen, beende den Chat!
  3. Wenn andere User dir ekelige Bilder schicken, unangenehme Fragen stellen oder etwas machen, was nicht ok ist: Blockiere und/ oder melde den Account!
  4. Wenn Dir jemand Bilder schicken möchte, sind das häufig Nackbilder (Nudes) oder Missbrauchsdarstellungen - lehne dies lieber ab!
  5. Wenn jemand ein Bild von dir möchte, dann musst Du das nicht schicken. Pass auf, Deine Bilder können von anderen weitergeleitet werden.
  6. Wenn Dich jemand bedroht oder erpresst, dann ignoriere die Person und sprich mit einem/ einer Erwachsenen!
  7. Geh nicht allein zu Treffen mit Chat-Partnern!
  8. Wenn Du dich mit jemandem triffst, dann unbedingt an einem öffentlichen Ort, z. B. einem Café.

Pass auf, was Du postest!

  1. „Sexy“ Fotos laden vielleicht Menschen ein Dich zu kontaktieren oder zu kommentieren, die Du NICHT kennenlernen willst. 
  2. Vermeide es, Bilder hochzuladen, zu posten oder zu verschicken, auf denen Dein Gesicht zu sehen ist. 
  3. Schicke niemandem ein „sexy“ oder „sexuell provokantes“ Bild von Dir oder Freunden. Wenn Du per Internet oder Smartphone ein solches Bild versendest, kannst Du Dich strafbar machen, denn diese Bilder können als Missbrauchsdarstellungen gelten.
  4. Bilder, die einmal im Internet stehen, können von jedem User gefunden und weiterverwendet werden. Du hast keine Kontrolle mehr darüber!

Werde misstrauisch, wenn …/ Achtung, SUS!

  1. Dein neuer Kontakt ist immer verfügbar, ständig online und scheint nur noch Interesse an Dir zu haben. 
  2. ⁨Jemand kümmert sich auffällig stark um Deine Sorgen oder macht Dir übertriebene Komplimente (Lovebombing).
  3. ⁨Jemand will hauptsächlich über Dein Aussehen oder Deinen Körper reden .
  4. Jemand spricht über Sex , sexuelle Dinge von sich erzählt oderfragt  nach Deinen sexuellen Erfahrungen, auch wenn Du das gar nicht möchtest.
  5. Jemand macht Dir Angebote oder Geschenke, die sich einfach zu gut anhören, z. B. in einem Film mitspielen, als Modell arbeiten, Treffen für Taschengeld oder Ähnliches.
  6. Jemand will Dich gegen Deine Eltern, Freunde und Freundinnen oder andere Menschen aufhetzen.

Gefahren beim Versenden, Empfangen und Downloaden

  1. ⁨⁨Öffne keine Nachrichten, Dateien oder E-Mails, ohne ihre Herkunft, bzw. den Absender zu kennen. Sie könnten verbotene Bilder, Videos oder Viren enthalten.
  2. ⁨Leite keine Nachrichten, Bilder oder (E-Mail-)Adressen Deiner Freundin oder Deines Freundes weiter, ohne sie gefragt zu haben.
  3. Gib keine Informationen über andere Menschen (z. B. Eltern, Geschwister, Freundinnen oder Freunde) weiter, ohne sie vorher gefragt zu haben.
  4. Durch Filesharing, Streamen oder kostenfreies Herunterladen von Daten können MIssbrauchsdarstellungen auf Deinen Computer geraten, die man nicht so leicht wieder löschen kann. Jede Missbrauchsdarstellung mit Kindern ist verboten und kann Dich in ernste und sogar rechtliche Schwierigkeiten bringen.

Projekt #UNDDU? in deutscher Gebärdensprache

Alle Materialien aus dem Projekt #UNDDU? Mach Dich stark. Gegen sexuelle Gewalt durch Jugendliche an Jugendlichen finden Sie auf dem #UNDDU? Portal, auch in Deutscher Gebärdensprache!

Filme

Rockstar

Ein junges Mädchen trifft online einen Rockstar und verliebt sich.

Rockstar + Hintergrundinformationen

⁨⁨Die in diesem Video zu sehnden Täterstratgien werden nochmal genau beleuchtet

Vertrauensbeweis

Sexting Selfies als Vertrauensbeweis... Wie perfide gehen Täter vor und was kann man tun, um sich zu schützen?

Vertrauensbeweis + Hintergrundinformationen

Eine echte Fallgeschichte mit Hintergrundinformationen

Jobinterview

Sexueller Missbrauch betrifft auch Jungen. Wie also gehen Täter vor?

Jobinterview + Hintergrundinformationen

Täter nutzen perfide und klug die Notlage ihrer Opfer aus. Wie können sich Jugendliche schützen?

Beste Freundinnen


Beste Freundinnen + Hintergrundinformation


Glossar sexualisierte und sexuelle Gewalt

Begriffe verstehen, hinschauen, benennen: Grundlagen & Begriffe zu kennen, schafft Orientierung und sensibilisiert für das Thema.

Sexualisierte und sexuelle Gewalt

Sexuelle oder sexualbezogene Handlungen gegen den Willen einer oder mehrerer anderer Personen  bei denen primär nichtsexuelle Interessen (z.B. Machtinteressen) durchgesetzt werden sollen. Sexualität wird hier also lediglich funktionalisiert. Typische Motive sind Macht oder Geld.

Sexuelle oder sexualbezogene Handlungen gegen den Willen einer oder mehrerer anderer Personen [SH1.1]bei denen primär nichtsexuelle Interessen (z.B. Machtinteressen) durchgesetzt werden sollen. Sexualität wird hier also lediglich funktionalisiert. Typische Motive sind Macht oder Geld.

Digitale Gewalt ist jegliche Gewalt, die online ausgeführt wird, sei es via Laptop, Smartphone oder sonstigen Endgeräten. Damit kann sie in jeden Raum eindringen und kennt keine Pause. Sie kann anonym stattfinden und in kürzester Zeit ein potenziell großes Publikum

Sexualisiert ist diese Gewaltform

dann, wenn sie absichtsvoll eigene Bedürfnisse gegen die sexuelle Selbstbestimmung und/oder das Einvernehmen von Kindern und Jugend-lichen durchsetzt.

 

Sexualisierte Gewalt fängt da an, wo sexuelle Handlungen, Annäherungen oder Darstellungen gegen den Willen einer Person, unter Ausnutzung eines Macht- oder Abhängigkeitsverhältnisses oder ohne echte Einwilligung stattfinden.
Dazu gehören auch scheinbar „kleine“ oder nicht-körperliche Handlungen, wie sexualisierte Kommentare oder Erpressung/ nicht einvernehmliche Weiterleitung sex. Darstellungen (Fotos/ Videos) – nicht erst körperlicher Kontakt.

Formen der sexualisierten Gewalt

Es gibt körperliche und nicht-körperliche Formen sexualisierter und sexueller Gewalt.

Körperliche sex. Gewalt umfasst alle Formen, bei denen ein oder mehrere Täter den direkten, physischen Kontakt mit dem Opfer haben, von Grabbing bis zu Vergewaltigung. Nichtkörperliche sex. Gewalt umfasst alle Formen, bei denen Täter und Opfer nicht in direktem physischen Kontakt sind, wie z.B. Cybergrooming.

 

 

Glossar der Gewaltformen

Dabei handelt es sich um, sexualisierte Zurufe, Kommentare oder Geräusche im öffentlichen Raum, die meist auf das Aussehen einer Person abzielen. Catcalling zählt zu den nicht-körperlichen Formen sexualisierter Gewalt, die häufig der Einschüchterung (Machtdemonstration) der betroffenen Person dient, da ihre Grenzen verletzt werden.

Meint strafrechtlich jede körperliche Berührung, die

  • unerwünscht
  • sexuell motiviert ist oder als sexuell wahrgenommen wird
  • und die körperliche Selbstbestimmung verletzt

Bsp:

  • Grabbing (s. unten)
  • Umarmen, Küssen oder Festhalten, wenn es aufgedrängt ist
  • Unerwünschtes Streichen oder Reiben am Körper

Fachlich und in der Prävention meint sexuelle Belästigung jedoch alle (also auch nicht-körperliche) unerwünschten sexualisierten Handlungen oder Äußerungen, auch digital. Online kann sex. Belästigung also in Form von sexualisierten Nachrichten, Anfragen oder Kommentare[SH2.1]n (z.B. in Social Media oder Gruppenchats) sein, die psychologisch belasten.


Bezeichnet alle sexuellen Handlungen gegen den Willen einer Person ohne Gewalt, aber ohne Einwilligung.

Bsp.:

  • Andeutungen, dass ein Vorteil (Job, Note, Aufmerksamkeit) nur bei sexueller Gefälligkeit gewährt wird.
  • Manipulation einer anderen Person, sexuelle Handlungen an sich oder einer anderen Person auszuüben. [SH

Sexuelle Handlungen, die durch Gewalt, Drohung oder Ausnutzen in einer schutzlosen Situation erzwungen werden. Wird eine Person gegen ihren Willen zur Penetration gezwungen, ist das eine Vergewaltigung.

Dabei geht es um heimliches Filmen unter den Rock oder in den Ausschnitt. Strafbar als „Verletzung des Intimbereichs durch Bildaufnahmen“

Dabei geht es um heimliches Filmen unter den Rock oder in den Ausschnitt. Strafbar als „Verletzung des Intimbereichs durch Bildaufnahmen“

Das sind negative Kommentare, Abwertungen oder Zurschaustellungen einer Person aufgrund ihres Körpers oder Aussehens. Dies ist eine Form psychischer und nicht körperlichen Gewalt und ruft bei den Betroffenen oft Schamgefühle hervor. Es kann on- und offline geschehen.

 

Ist  die gezielte Anbahnung sexualisierter Kontakte mit Kindern und Jugendlichen im Internet. Täter und Täterinnen manipulieren die Betroffenen dazu, sexuelle Handlungen  an einer anderen Person oder sich selbst zu vollziehen. Cybergrooming ist strafbar (§ 176 Absatz 4 Nummer 3 StGB).

Das ist KEINE Form der sex. Gewalt! Sexting bezeichnet den einvernehmlichen Austausch von Nachrichten mit sexuellen Inhalten (Texte, Bilder, Videos). Das ist erlaubt, wenn die andere Person ihr Einverständnis gibt und bei Jugendlichen und Erwachsenen im Rahmen des digitalen Flirtens sehr beliebt.

Sharegewalt ist sexualisierte Gewalt, bei der intimste Inhalte unfreiwillig geteilt oder veröffentlicht werden.

Sharenting (engl.: share = teilen + parent = Elternteil) bezeichnet das Teilen von Fotos, Videos oder Informationen über Kinder durch ihre Eltern im Internet, also z.B. in sozialen Medien.

Das ist eine Form der Sharegewalt, in der intime Fotos oder Videos ohne Zustimmung der abgebildeten Person veröffentlicht oder weitergeschickt werden. Das Motiv ist häufig Rache, wie der Name (engl.: revenge = Rache) verdeutlicht, aber auch Kontrolle.

Bsp.:

  • Eine Ex-Partnerperson stellt intime Bilder online.
  • Private Aufnahmen werden in Gruppenchats geteilt
  • Eine Partnerperson lädt intime Inhalte auf Pornoseiten hoch

Dabei handelt es sich um unerwünschtes Zusenden sexualisierter Bilder (z.B. sog. „Dick Pics“). In vielen Ländern strafbar; in Deutschland je nach Fall Beleidigung, Belästigung oder Sexualdelikt.

Das ist eine Form der Erpressung, bei der gedroht wird, intime Bilder oder Videos einer Person zu veröffentlichen oder weiterzuleiten. Betroffene werden zu Geldzahlungen oder sexuellen Handlungen gezwungen. (engl.: extortion = Erpressung)

 

Im Kontext der sex. Gewalt bezeichnet dies jede Form sexualisierter Gewalt an Kindern oder Jugendlichen, die in Echtzeit über das Internet übertragen wird – unabhängig davon, ob die Tat aufgezeichnet wird oder nicht.

Zumeist Männer bahnen Beziehungen zu insbesondere Mädchen oder jungen Frauen an, um diese emotional an sich zu binden, und sie später zur Prostitution zu zwingen.

Welche typischen Gewaltformen finden sich gegen Kinder und Jugendliche sonst noch im digitalen Raum?

Cybermobbing bedeutet, dass eine Person absichtlich, immer wieder über digitale Medien herabgesetzt, beleidigt, bloßgestellt oder bedroht wird. Cybermobbing passiert nicht nur einmal, sondern über längere Zeit und oft öffentlich, sodass viele Menschen es sehen können. Das macht es besonders belastend.

Bsp.:

  • verletzende Kommentare oder Beleidigungen
  • Teilen von peinlichen Fotos oder Videos
  • Verbreiten von Lügen oder Gerüchten
  • Ausschluss aus Gruppen oder Chats
  • Anonyme Angriffe oder Hassnachrichten

Cyberstalking bedeutet, dass eine Person immer wieder und gegen den eigenen Willen über das Internet oder Handy kontaktiert, beobachtet oder bedrängt wird. Ziel ist oft, die betroffene Person einzuschränken, einzuschüchtern oder zu kontrollieren. Cyberstalking ist ein dauerhaftes Muster von Belästigung, das stark belastet und Angst auslösen kann.

Bsp.:

  • Ständige Nachrichten, Anrufe oder Kommentare
  • Beobachten von Profilen oder Standort
  • Hacken von Accounts, Mitlesen von Nachrichten
  • Veröffentlichen privater Daten
  • Erstellen von Fake-Profilen, um der Person zu schaden

Wenn etwas nicht okay ist

Sexualisierte Gewalt bedeutet, dass jemand etwas Sexuelles tut oder sagt, obwohl eine Person das nicht will oder nicht richtig zustimmen kann. Das kann passieren, wenn jemand stärker, älter oder in einer Machtposition ist. Dazu gehören nicht nur Berührungen, sondern auch Dinge wie unangenehme Kommentare, Erpressung oder das Weitergeben von privaten Fotos oder Videos ohne Erlaubnis.

Brauchst Du jetzt Hilfe? 
Auf unserer Hilfe-Seite findest du Informationen dazu.
Jetzt Hilfe finden

FAQ Kinder und Jugendliche

In diesem FAQ beantworten wir wichtige Fragen zum Thema sexuelle und sexualisierte Gewalt. 
Mit Informationen, die dir helfen, Situationen einzuschätzen und Hilfe zu finden.

Sicher und informiert

Eine sexuelle Belästigung oder ein Übergriff ist es, wenn jemand dir durch Worte oder ein Verhalten zu nahekommt, ohne dass du das möchtest. Eine Person überschreitet deine Grenze. Beispielsweise ist es belästigend und nicht ok, wenn eine andere Person dich auf der Straße sexuell anspricht (= Catcalling) oder dich jemand berührt, küsst oder zu Dingen drängt, die du nicht willst. Das kann auch im Internet oder am Telefon passieren. Personen schicken Dir Nachrichten, obwohl du das nicht möchtest, oder rufen Dich ununterbrochen an, sodass es richtig nervt.

Nein! Niemand darf Fotos von dir ohne deine Zustimmung machen oder verbreiten – auch nicht deine Eltern. Jede Person, also auch du, hat ein Recht darauf, zu entscheiden, wer ein Bild oder Video von dir macht und wer das sehen darf (also ob und wo es verbreitet, bzw. veröffentlich wird). Wenn jemand ungefragt ein Foto von dir gemacht sowie Bilder oder Videos verbreitet hat, dann suche dir Unterstützung von einer erwachsenen Vertrauensperson oder auch einer Beratungsstelle. Es ist wichtig, dass alle Fotos und Videos von dir auf anderen Geräten (Smartphones, Tablets, usw.) gelöscht werden.

 

Du kannst einiges tun, um sicher im World Wide Web zu surfen, dich online wohler zu fühlen und Risiken zu vermeiden.

So schützt du dich am besten:

  • Gib keine privaten Infos preis: keine Adresse, Schule, Telefonnummer, privaten Fotos.
  • Privatsphäre-Einstellungen nutzen: Nur Freund:innen/Follower sollen deine Inhalte sehen können.
  • „Pause before post“: Überleg kurz, bevor du etwas postest:
    • Würde ich wollen, dass Lehrkräfte, Eltern oder Fremde das sehen?
    • Ist mein Gesicht zu erkennen?
    • Könnte jemand das Bild gegen mich verwenden?
  • Safer Sexting:
    • Schicke keine intimen Nachrichten, Bilder oder Videos, wenn du dich nicht wohl damit fühlst oder unter Druck gesetzt/erpresst wirst!
    • Schicke Bilder nur, wenn dein Gesicht und andere Merkmale, mit denen man dich gut erkennen kann, nicht sichtbar sind.
    • Verschicke keine Nacktbilder, wenn du unter 14 Jahren alt bist.
    • Wenn du zwischen 14 und 18 Jahren alt bist, darfst du intime Nachrichten, Fotos oder Videos mit Gleichaltrigen austauschen.
  • Blockieren & melden: Wenn jemand dich belästigt oder unangenehme Sachen schickt. Sprich außerdem mit einer erwachsenen Person darüber!
  • Screenshots machen, wenn du Hilfe brauchst, aber Bilder nie weiterverbreiten.
  • Frag nach Hilfe, wenn du ein komisches Gefühl hast – lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.

Wenn du ein komisches Gefühl bei einem digitalen Kontakt hast oder dich eine Person im Internet zu unangenehmen Sachen auffordert oder drängt, dann kannst du erst einmal „offline gehen“. Also klappe den Laptop zu, leg das Smartphone weg und atme erst einmal durch. Anschließend ist es safe, einen Screenshot vom Chat oder bspw. Kommentar zu machen, die Person zu blockieren und bei der Plattform zu melden, auf der ihr in Kontakt seid. Bleib außerdem nicht allein, erzähle einer Freundin oder einem Freund davon und sprich, gemeinsam oder allein, mit erwachsenen Personen in deinem Umfeld, denen du vertraust. Gemeinsam entscheidet ihr dann, wie es weitergeht. 

Wenn du dir unsicher bist, sprich direkt mit einer Vertrauensperson (Eltern, Lehrer:in, Beratungsstelle). Wenn dir eine Person droht oder dich erpresst, ist es ratsam, gemeinsam mit einem Erwachsenen zur Polizei zu gehen.

Wenn dir jemand (ungefragt) ein unangemessenes Bild von seinem Penis oder ein anderes nacktes Bild geschickt hat, ist das nicht O.K. und meistens sehr unangenehm. Es ist aber niemals deine Schuld, sondern eine Straftat der Person, die dir das Bild geschickt hat.

 

Du solltest nichts weiter im Chat schreiben, evtl. einen Screenshot machen (Beweismittelsicherung) und den Nutzer dann blockieren und melden! Sprich mit Erwachsenen über die Erfahrung und beratet gemeinsam, was nun zu tun ist.

Unter https://dickstinction.com kann man ganz unkompliziert eine Strafanzeige für das ungewollte Erhalten von Genitalbildern stellen.

 

Digitale sexualisierte Gewalt kann allen Kindern und Jugendlichen, unabhängig ihres Geschlechts, passieren! Mädchen, Jungen und auch nichtbinäre Kinder sind in etwa gleich oft betroffen.

Täter und Täterinnen nutzen jede Gelegenheit, bei der sie glauben, dass ein Kind allein, unsicher oder neugierig ist – egal welches Geschlecht das Kind hat.

Analoge (also im echten Leben stattfindende) sex. Gewalt passiert häufig im sogenannten „Sozialen Nahfeld“ – also die Täter sind häufiger bekannte Personen als Unbekannte.

Im Internet wird Gewalt auch häufig von Personen außerhalb des Umfelds, also von Unbekannten, ausgeübt. Die Gruppe der Täter und Täterinnen ist sehr unterschiedlich:  Es sind Personen aus allen sozioökonomischen Schichten, Männer üben häufiger sexuelle/ sexualisierte Gewalt aus, jedoch gibt es auch weibliche Täterinnen. Die Täter:innen sind häufiger junge Erwachsene, manchmal sind sie sogar minderjährig.

Aber Achtung: Täter und Täterinnen verstecken sich im Internet hinter Fake Profilen und lügen. Sie können nett wirken, freundlich schreiben oder Komplimente machen – aber das tun sie, um dein Vertrauen zu gewinnen.
Höre also auf dein Bauchgefühl, um echte von falschen Freunden zu unterscheiden. Hole dir Hilfe, wenn du zu etwas gedrängt wirst oder wurdest, was du nicht willst.

Nein. Du bist nicht schuld. Schuldig ist immer die Person, die Gewalt ausübt.

Oft versuchen Täter, dir die Schuld oder Mitschuld zu geben. Diese Manipulationsstrategie nennt man auch Schuldumkehr (Victimblaming). Ein echt mieses Verhalten, das zeigt, dass sie wissen, was sie getan haben und sie selbst die Schuld trifft. Daher ist es wichtig, dass du nie mit deinen Sorgen und Ängsten allein bleibst. Such dir Hilfe. Das hat nichts mit Petzen oder Verrat zu tun. Vielleicht sind die Eltern manchmal nicht die richtigen Ansprechpartner, dann vielleicht ein:e Lehrer:in oder ein:e älterer:e Mitschüler:in oder einfach auch eine geeignete Beratungsstelle.

Nein! Das, was dir passiert ist, ist furchtbar, aber es ist nicht deine Schuld! Hilfe zu holen ist richtig und mutig. Erwachsene müssen dich schützen.

Wenn dir (online) etwas passiert ist, das dir Angst macht, dir peinlich ist oder sich falsch oder komisch anfühlt, bist du nicht daran schuld und musst diese Situation nicht aushalten. Du musst damit nicht allein bleiben, sondern darfst dir immer Hilfe holen!

Das kannst du tun:

  • Rede mit einer erwachsenen Vertrauensperson! (z.B. Eltern, Großeltern, Lehrer:innen, Schulsozialarbeiter:innen)
  • Sag so gut du kannst, was passiert ist. Du musst nicht alles sofort erzählen – nur das, was du möchtest.
  • Hol dir Hilfe bei einer Beratungsstelle, z.B. Nummer gegen Kummer (116 111) oder JUUUPORT. Die helfen kostenlos und anonym.
  • Wenn jemand dich verletzt hat oder dir schlimme Sachen geschickt hat, können Erwachsene mit dir zusammen die Polizei einschalten, damit du geschützt wirst.

Es ist nicht immer einfach, mit den Eltern über schwierige Themen zu sprechen! Aber du bist nicht allein:

Du kannst mit vertrauten Lehrer:innen oder der Schulsozialarbeit in deiner Schule sprechen – die behandeln so etwas sensibel und vertraulich, kennen sich aus und können dir helfen.

Außerdem gibt es viele Beratungsstellen, Hotlines (z. B. „Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch“) und Vereine, bei denen du dich anonym beraten lassen kannst – auch ohne deine Eltern.

Damit du dich nicht so allein fühlst raten wir außerdem, dich einer Freundin oder einem Freund anzuvertrauen, die/ der dich zu Gesprächen mit Erwachsenen oder in eine Beratungsstelle begleitet.

Wo kann ich Hilfe finden?

Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch:

0800 22 55 530 (kostenfrei und anonym)

Nummer gegen Kummer:
Kinder 116 111
Eltern 0800 111 0550

Digital schreib-ollie.de

Weißer Ring Opfertelefon: 116 006

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